Was bedeutet es, ein Dokument notariell zu protokollieren?
Ein Dokument zu protokollieren heißt, es in die Urkundensammlung der Notarin (protocolo) aufzunehmen, in der sie ihre Urkunden verwahrt. So bleibt es aufbewahrt, erhält ein gesichertes Datum (fecha cierta), und es können Kopien mit dem Wert einer notariellen Urkunde ausgestellt werden. Das nutzt man bei Vollmachten aus dem Ausland, Versammlungsprotokollen oder privatschriftlichen Verträgen.
Was die Urkundensammlung (protocolo) ist
Die Urkundensammlung ist das Register, das jede Notarin nach Jahren geordnet führt und das alle von ihr errichteten notariellen Urkunden enthält. Die Originale bleiben dort, und die Parteien erhalten Kopien, die Ausfertigungen (testimonios) genannt werden.
Wann protokolliert wird
- Im Ausland unterschriebene Vollmachten, um sie in Paraguay zu verwenden.
- Protokolle der Gesellschafterversammlung und des Vorstands von Gesellschaften, wenn das Gesetz oder ein Register dies verlangt.
- Privatschriftliche Verträge, die mit gesichertem Datum aufbewahrt werden sollen.
- Ausländische Dokumente mit Apostille und Übersetzung, die bei einem Register eingereicht werden sollen.
Was sie nicht bewirkt
Durch die Protokollierung wird ein privatschriftliches Dokument weder zu einer notariellen Urkunde, noch werden seine Fehler korrigiert. Hat der Inhalt Mängel, empfiehlt es sich, das Dokument mit der Notarin neu aufzusetzen.
Diese Antwort ist eine allgemeine Information zum paraguayischen Recht und ersetzt keine Beratung zu Ihrem konkreten Fall.
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